Kategorie-Archiv:Beliebte Artikel

Meerschweinchen – Denn weniger geht nicht.

Wenn man eine Kamera hat und irgendwie gerade mal nichts zu tun ist:

Und irgendwie sind gerade diese Tiere immer wieder spannend zu beobachten. …

Aber man muss an dieser Stelle auch mal sagen:

Gerade Meerschweinchen sind keine “Kinderhaustiere” – ganz im Gegenteil, nur weil sie aus welchen Gründen auch immer so gutmütig sind, dass sie im Normalfall nicht beißen, sie mögen es überhaupt nicht, wenn man sie den ganzen Tag auf dem Arm herum trägt, kuschelt und wie ein Baby wiegt.

Ein bisschen Streicheln oder Kraulen an der Lieblingsstelle ist zwar immer wieder in Ordnung, aber wenn die Tiere keine Lust haben, sollte man ihnen auch die Möglichkeit geben, sich entsprechend zurückziehen zu können. Und wenn sie einen gar nicht mögen, ja, auch das kann man sehr schnell sehen ^^

Diese Tiere bekommen erstaunlich viel mit und reagieren auf ihre Umwelt eben in “Meerli-Art” …

Und wer sich richtig viel Zeit nimmt, wird sehr viele spannende Kleinigkeiten innerhalb der Meerschweinchengruppe entdecken über Sozialverhalten und die Art und Weise, wie Kompromisse geschlossen werden könnten.

Es sind auf dem dritten Blick sehr vielschichtige Gruppentiere, welche zu beobachten immer wieder einfach nur Spaß macht, da sie Lösungen für Probleme suchen und sich nicht davon abbringen lassen, etwas zu erreichen.

Das kann man übrigens im Video richtig schön beobachten:

Schauen Sie sich einmal die Gurke an, und wer an ihr da herumknubbelt. Auf der anderen Seite sitzt in diesem Fall ein graues Meerschweinchen und hätte da nichts gegen, diese zu bekommen. Das Problem war jedoch, dass da gerade eine Kamera dazwischen war und es so nicht heran kam, ohne sich mit diesem Ding, das von mir in durch das Gehege geführt wurde, aus einander zu setzen.Das war blöd, aber es gibt ja noch einen anderen Weg hinten rum- und darum sitzt es nämlich dann auf der anderen Seite.

Dieses hat jedoch die derzeitige Besitzerin ganz genau mitbekommen und ist mit der Gurke zu ihrer Freundin gelaufen und hat die Kamera zwischen sich und dem vermeintlichen Gurkendieb gebracht. Und sie hat mitbekommen, dass dieses Ding ungefährlich ist und ich gerne mal ein Leckerli springen lasse, wenn sie sitzen bleibt. …

Übrigens:

Ob das mit der Kamera funktioniert hängt auch von der Lust und Laune dieser Tiere ab – manchmal erlauben sie es, gefilmt zu werden und manchmal eben auch nicht. Das entscheiden aber die Tiere selber und sie teilen ihre Sicht der Dinge auch tatsächlich sehr genau mit.


Es sind keine Kuscheltiere, die man auf den Arm nehmen kann, sondern aufgeweckte Tiere, welche genau wissen, wer sich im Raum befindet und wie man diesem Menschen begegnen sollte.

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Professioneller Spam…

Ich muss gestehen, wir bekommen häufiger mal Spam, und lesen selbigen auch wirklich gerne mal durch – schon alleine, weil es erstaunlich ist, wie raffiniert Kriminelle mit ihrer Vorgehensweise sind.

 Das hier vorliegende profunde Machwerk wurde im Namen der “Dekra” verschickt.

 Und tatsächlich:

Einen so derartig fachlich kompetenten und fundiert umgesetzten Hinweis bekommt man heute leider nicht mehr oft zum Lesen vorgesetzt. .

 Viel Spaß beim Lesen 🙂


 Lieber Freund.
Guten Tag.
Arlen ich meinen Namen und ich schreibe Ihnen aus den Niederlanden.
 
Es ist diese groЯe Menge an Geld, die hier in
das Bankkonto eines unserer spдten Kunden aus dem Irak ein Цlhдndler , starb
durch eine Bombenexplosion in Tikrit 140 Kilometer nordwestlich von Bagdad im Jahr 2004.
 
Wir haben alles getan, um jede Forschungsfamilienmitglied ohne Erfolg zu erhalten, und da er die Anzahlung
ohne die nдchsten Angehцrigen, ist es mцglich, wie der Leiter der Abteilung von meiner Bank, alles Erforderliche zu tun, Dokument
durch die Hilfe eines Anwalts hier so, dass das Geld legal zu Ihnen bezahlt werden.
 
Der Gesamtbetrag in seiner Dollar-Konto ist USD $ 48.000.000.
Wenn Sie interessiert sind, mit mir zu arbeiten, lassen Sie mich wissen, damit ich Sie alle Details, wie wir Unterwegs geben
Geld von hier aus ohne Verzцgerung. 50% des Geldes wird fьr Sie und den Rest 50% sein
fьr mich und meine Kollegen in der Bank.
 
Es besteht kein Risiko in dieser. Schreib mir direkt durch meine persцnliche E-Mail fьr vertraulich. 
 
Ich warte, um von Ihnen zu hцren.
 
Arlen Jansen
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Das Hotel zur letzten Hoffnung

Willkommen zum ersten Beitrag im Jahre 2016!


Auf besonderem Wunsch widmen wir uns in diesem Beitrag mal wieder einem der Klassiker auf dieser Webseite zu: Zombies und Nerf-Guns…

Das Hotel zur letzten Hoffnung

Vorweg sei einmal erwähnt:

Wir erheben keinerlei Anspruch, dass diese glorreiche Idee nicht schon irgendwo auf der Welt erfunden worden ist, die Wahrscheinlichkeit, dass es andere schon gemacht haben, im Gegenteil ist bei dem hochgradig innovativen Konzept sehr hoch…

Denn: Das Hotel zur letzten Hoffnung fällt in die Rubrik der sogenannten Kosims, der Konfliktsimulationsspiele.

Diese Spiele sind in der modernen Psychologie sehr beliebt, denn sie geben Teilnehmern ein Werkzeug in die Hand, wie man in allerlei Situationen einen Konflikt lösen kann, ohne dass es gewalttätig zugeht. Man kann durch diese Spiele sehr viel Gruppendynamik* und auch sich selber lernen. Mit diesem sehr mächtigen Werkzeug kann man ganz viel veranschaulichen:

  • Konsumverhalten
  • Trends und Hypes
  • Gruppendynamik
  • Teamverständnis
  • Arbeitsabläufe
  • Interkulturelle Probleme
  • Führungspositionen
  • Kommunikationswege

Kurz gesagt: Mit dem richtigen Testaufbau können beliebig viele Aspekte innerhalb einer Gruppe sozialpsychologisch analysiert und kategorisiert werden.

Wir möchten aber weniger diesen nüchternen Ansatz verfolgen und daraus ein ganzes Seminar zum Thema basteln, sondern einfach Spaß haben:

Man kann damit nämlich vor allen auch eins: Spaß haben!

In unserem Spielaufbau sind die Zombies zur Abwechslung einmal in einer untergeordneten Rolle – sie dienen lediglich zur Illustration der problematischen SItuation: Sie sind allgegenwärtig, jedoch nicht zwangsläufig sichtbar. Genauso ist mit den Nerf-Guns… sie dienen lediglich als “Kulissenwerkzeuge”, da sie durch ihre Größe nicht zu übersehen sind…

In unserem Szenario prallen 3 Gruppen an einem Ort zusammen, die unterschiedlicher nicht sein können:

  • Dörfler, die beklaut wurden
  • Zwei Reisegruppen, welche beschuldigt werden

Bei dem Treffen sind natürlich nicht alle anwesend, sondern nur der innere Kreis der Beratungs- und Führungselite der jeweiligen Fraktion. Selbstredend haben sich die beiden Diebe unter die beteiligten Protagonisten gemischt, und nehmen an der gesamten Verhandlung teil.


Die Betrachtungswinkel

 

Aus Sicht der Dörfler:

Zwei Personen haben zusammen wichtige Teile gestohlen, ohne die das Dorf sterben wird. Wie die beiden Diebe aussehen, weiß keiner, nur, dass sie zu einem dieser beiden Reisegruppen gehören müssen. Im Moment steht nicht zur Debatte, dass die Schuldigen vor Gericht gestellt werden müssen und das Diebesgut zurückgegeben wird.

Aus der Sicht der Diebe:

Sie wissen, dass sie gesehen wurden, und dass die Dörfler wissen, es werden zwei Diebe gesucht. In jeder Reisegruppe befindet sich einer der beiden Diebe. Sie haben natürlich gemeinsam geplant und vor ihrer Rückkehr in ihre jeweilige Gruppe das Diebesgut aufgeteilt. Selbst wenn man sie enttarnt, können sie darauf hoffen, dass sie den Schutz der Gruppe genießen, da loyale Beschaffungstalente schwer zu bekommen sind.

Die Reisegruppen:

Jeder Fremde ist ein potentieller Feind, der nur Sachen klauen will. Dörfler, die “zwei Diebe und wertvolle Ausrüstung” suchen, sind in der Regel nur Wegelagerer und Plünderer. Grundsätzlich ist man gegen Diebstahl, allerdings beweisen loyale Beschaffungstalente innerhalb einer Gruppe immer wieder ihren Wert. Selbst wenn man den Täter in den eigenen Reihen kennt, würde man ihn niemals ausliefern.


Die globalen Bedingungen:

Schließen sich die Dörfler mit einer der Gruppen zusammen, wird diese Formation auf jeden Fall eine bewaffnete Konfrontation gewinnen.

Schließen sich die beiden Gruppen zusammen, werden sie auf jeden Fall die Dörfler besiegen können. Aber nicht, ohne selber einen zu hohen Preis dafür zu bezahlen – Am Ende bleibt eine Gruppe über, welche völlig neue Probleme haben wird.

Die Dörfler können zwar eine Gruppe direkt besiegen, aber nicht beide nacheinander angehen, müssten also eine der beiden Gruppen unbehelligt ziehen lassen.

Alle drei Gruppen würden sich gegenseitig komplett auslöschen, wenn sie gleichzeitig losschießen.

Die Dörfler haben keine Eile: Wenn die Zeitvorgabe abgelaufen ist, werden beiden Reisegruppen vom nahen Sturm vernichtet werden, und sie können dann ihre gestohlenen Teile bergen.


Die Einzelbedingungen

Hier zeigen sich die “Verhandlungspositionen” durch Nerfguns. Jede Fraktion hat genug Munition, um einen ersten Angriff durch zu führen, aber nicht, um sich “komplett durch zu ballern”. Im Grunde genommen ist alles erlaubt:

  • Verhandeln
  • Bluffen
  • Lügen
  • Schmuggeln
  • Betrügen
  • Die Fraktionen oder Gruppen wechseln

Dabei ist die Nerf “echt” – ein Treffer bedeutet den Tod eines Teilnehmers, er wird aus dem Spiel genommen und darf nicht länger daran teilnehmen.


Die Zeitvorgabe:

Die Gruppen treffen sich ungeschützt im Niemandsland und es zieht ein Sturm auf, welcher innerhalb von XXX Stunden (Minuten) eintrifft, und die Reiseruppen mit großer Wahrscheinlichkeit auslöschen wird.


Die Problematik:

Die Dörfler haben keine Eile – sie können theoretisch auch einfach verhandeln, bis das Zeitfenster abgelaufen ist. Es würde beide Gruppen auslöschen und danach können sie nach den gestohlenen Teilen suchen. Ihr Problem ist, dass sie mittelfristig verlieren, wenn die Teile nicht zurück geholt werden.

Die Reisegruppen sehen das da natürlich anders: Für sie ist jedes Mitglied mit besonderen Talenten wertvoll. Allerdings spielt neben dem Risiko, den guten Ruf zu verlieren auch die Zeit gegen sie.


In dieser verfahrenen Situation wählten alle Gruppen Vertreter, welche sich zu einem neutralen Ort in der Nähe aufmachten, um miteinander zu verhandeln. Unterschiedlicher könnten die eigenen Interessen nicht sein, und es muss eine Lösung gefunden werden, noch bevor die tödliche Stunde abgelaufen ist…

Herzlich willkommen im:

Hotel zur letzten Hoffnung

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NASA SDO – 5 Jahre Sonnenforschung

Wahnsinn, was die NASA sich da hat einfallen lassen, um 5 Jahre SDO – Programm zu feiern:

Sie haben einen mehrere Minuten umfassenden Film in Ultra-HD aus den ganzen Aufnahmen erstellt. Das Ergebnis ist mehr als nur beeindruckend – es zeigt die Sonne wie niemals zuvor …

Bedrohlich und wunderschön zugleich

Unsere Sonne ist das Zentrum allen Lebens und gleichzeitig auch unberechenbar. Man muss sich das mal vorstellen:

Wenn es zu einem Magnetsturm kommt, dann kommen die ersten Ausläufer von der Sonne bereits nach 8 Minuten bei uns an, innerhalb von 24-48 Stunden folgt neben Materie alles Mögliche, was uns jederzeit vom Erdball putzen könnte – und das, obwohl wir uns unfassbare 149 600 000 Kilometer von ihr weg befinden. Kosmisch betrachtet ist das nichts…

Die NASA hat mit dem Solar Dynamics Observatory –  kurz S.D.O. vor 5 Jahren eine Sonde mit dem Ziel gestartet, die Sonne, und alles, was dazu gehört, zu beobachten und die Vorgänge verstehen zu wollen.

Dabei hat das S.D.O. in dieser Zeit die Sonne mit unterschiedlichsten Geräten alle 10 Sekunden fotografiert.

Das Ergebnis, welches jetzt vom Goddard Space Centrum der NASA veröffentlich wurde, ist ein kurzer Film über unser aller Lebensader. Wer glaubt, dass Science Fiction spannend ist, DIESES Video toppt alles:

LINK zum Youtube Channel:

NASA GODDARD SPACE CENTRUM

Wir hätten hier sehr gerne das endsprechende Video direkt angezeigt, aber die unsichere Rechtslage bezüglich der Abmahnung durch die Rechteinhaber und Rechteverwerter hat uns bewegt, hier ausschließlich en Link zum Youtube-Channel zu setzen.

Schade eigentlich, aber so ist das nun einmal hier zu Lande :-/

Wie auch immer:

Wer mehr darüber wissen möchte, hier geht es zur Offiziellen Missionsseite des NASA S.D.O. – Programms. Es lohnt sich wirklich.

So schön dieses Video auch ist, ess zeigt auch zwei Dinge über uns Menschen:

  1. Wie klein die Menschheit doch ist
  2. Zu was wir eigentlich fähig sind

Es ist so schade, dass wir uns untereinander nicht verstehen und bereits glauben, dass der – zugegeben hässliche – Gartenzwwerg in Nachbars Garten das Zentrum allen Denken ausfüllt.

Denn man darf eines niemals vergessen:

Wenn das Universum es nicht mehr wünscht, sind wir in weniger als einem Wimpernschlag aus dem Spiel genommen – und es wird kein “weiter” mehr geben.

5 YEARS SDO – EINE TECHNISCHE MEISTERLEISTUNG

 

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Der Jäger

Komisch, wenn Du im Licht einer einzigen Laterne Dich umschaust in diesem Märchenwald, wie viele Schauergestalten Du sehen kannst. ich wundere mich nicht, warum die Dörfler gerade diesen Abschnitt als „Märchenwald“ ansehen und selbst die Holzfäller es meiden, hier dem Tagewerk nach zu gehen.

Naja, ich als Jäger kenne mich in diesen Wäldern aus, aber mir glaubt keiner, wenn ich sage: „Dieser ist alles, aber weder ein Zauberwald noch ein Märchenwald“ Eine solche Geschichte eignet sich nur, um Kindern Angst machen, damit sie nachts nicht mehr in den Wald gehen. Recht so! Dieser Wald ist bei Nacht gefährlich, wenn auch nicht durch Mythen und Zauberei. Und dennoch, immer wieder laufen bei Nacht Kinder in den Wald… . Wisst Ihr eigentlich, was mich immer wieder ärgert? Diese Dörfler verlassen sich zu sehr darauf, daß ich sie wiederfinde und zurück bringe. Wie auch in dieser Nacht. Sie suchen ein paar Stunden und dann verschwinden sie wieder in ihr Dorf und sagen sich, morgen ist auch noch ein Tag. Und wehe, man hört im Wald noch einen Wolf irgendwo heulen. Dann laufen sie wie aufgeschreckte Schafe um ihr Leben. Und ich bin es dann, welcher hier alleine durch den Wald läuft und das Kind zurück bringt, wohl wissend, daß niemand mir auch nur ein bisschen Anerkennung zollen wird.“ Ärgerlich machte sich der Jäger alleine auf die Suche nach dem Kind. Er liebte diesen Wald, besonders dieses Stückchen, wo die höchsten Bäume stehen. Sehr oft hatte er früher mit seiner Tochter hier den Sonnenaufgang abgewartet, wenn die ersten Strahlen sich durch die Nebel bohrten und sie in die höheren Zweige vertrieb. Und eines Morgens war sie einfach nicht mehr da. Weggelaufen, eines Nachts mitten in den Wald. Er hatte sie nie wieder gefunden, und er trug die alleinige Schuld, hat die Haustür nicht abgeschlossen! Die Dörfler ließen ihn im Stich. Haben sie eigentlich jemals ein Kind wiedergefunden, wenn es sich nachts im Wald verirrte? Er kann sich nicht daran erinnern.

Er erinnerte sich noch gut daran, als seine eigene Tochter vor so vielen Jahren im Wald verloren gegangen ist. „Wir können nicht mehr tun…“ haben sie gesagt und sind umgedreht. Sie ließen ihn alleine in diesem Wald. Und wann immer er auszieht auf Jagd, sucht er nach seiner Tochter. Die Dorfjugend machte sich inzwischen lustig über ihn, und manch seltsames Gerücht über finstere Rituale, nach denen er sein Kind – seine einzige Tochter – geopfert haben soll, um mehr Macht zu bekommen über die alten Waldgeister. Er hatte sich schon damit abgefunden, doch der Schmerz sitzt tief.

So wanderte er durch die mondlose Nacht. Immer dichter und finsterer wurde der Wald im Schein seiner kleinen Laterne. Vorbeihuschende Schatten, die ihn umgaben, umgarnten und locken wollten… . Er schloß die Augen. „Trugbilder!“ , sprach er laut zu sich selber, „So etwas gibt es nicht!“ Als Antwort auf diese Frechheit hörte er im Wind ein leises Seufzen und ein Flüstern, der ihm einen kalten Schauer den Rücken hinterlaufen lies. Schon oft war er in mondloser Nacht hier im Wald auf Pirsch, aber dieses mal ist es anders. Er hatte das Gefühl, gejagt zu werden, Opfer in einem abartigen Spiel, welches ihn zur Beute machte. Was wäre eine schönere Beute als ein Jäger, welche die Tricks und Kniffe seine Opfer kannte? Er verwarf diesen Gedanken schnell und fing an, ein altes Kinderlied zu pfeifen. Für kurze Zeit half es, aber er wagt es nicht, sich um zu drehen. Nebel kam auf und zog in Schwaden langsam durch den Wald. Im Schein der Laterne sah der Jäger unwirkliche Gestalten, welche mit Tentakeln nach ihm greifen wollten, doch jedes mal, wenn er seine kleine Lampe ihnen entgegen stellte, scheuten sie zurück und wagten sich niemals näher heran als bis zum Rand des schwachen Lichtkegels. Trotzig schob der Jäger seine Lampe vor und schrie in die finstere Nacht: „Was wollt ihr von mir! Ich habe niemals etwas unrechtes getan!“ Als Antwort bekam er das schwache Schluchzen eines Kindes, irgendwo gar nicht weit weg vor ihm. Entschieden und mit festem Schritt bahnte er sich den Weg durch das feuchte Unterholz und lief auf das Schluchzen zu. Noch ein paar Minuten und er wird nicht mehr alleine sein. Die Laterne hoch haltend betrat er eine Waldlichtung. Die Nebelgeister zuckten vor ihm scheu zurück. Weit entfernt sah der Jäger eine Gestalt mitten auf der Lichtung, ein kleines Mädchen, welches zusammengesunken an einem Stein lehnte.

„Hallo, …“, sagte der Jäger sanft, als er sich langsam näherte, „keine Angst, ich bin hier, um dir zu helfen.“ Das kleine Mädchen umarmte ihn und hielt sich schluchzend fest. „Ich habe angst…“ flüsterte es in sein Ohr. „Brauchst du nicht, ich bin jetzt da. Sag mir doch, wo kommst du her?“ „Ich weiß es nicht“, antwortete das kleine Mädchen, „ Ich war schon immer hier.“ Er nahm das kleine Mädchen auf den Arm und schritt mit ihr durch den Wald in Richtung des Dorfes. „Wir finden deine Eltern schon.“ beruhigte er sanft das Kind auf seinen Armen.

So liefen sie in einer mondlosen Nacht durch den Wald. Das kleine Mädchen in seinen Armen schaute ihn mit bleigrauen Augen an und fragte nach seinem Namen. Dem Jäger erschauerte es unter dem Blick des Kindes, irgendwie schienen diese Augen ihn zu durchbohren. „Ich bin Piet, „ log er. Irgendwie wollte er diesem Kind einfach nicht erzählen, wer er wirklich war. Das Mädchen kuschelte sich an ihn und ihre kalten Hände zogen ihm die Wärme aus den Gliedern. „Ich bin Marie,“ sprach sie schutzsuchend, „bleibst du bei mir?“

Es ist schon lange her, aber dieses Kind erinnerte ihn stark an seine eigene Tochter, selbst der Name war gleich. Ihm wurde unheimlich. „Wir finden schon deine Eltern,“ wich er ihrer Frage aus. Der Nebel und die Finsternis wurde langsam drückend und Feuchtigkeit legte sich auf seine Kleidung. Er begann immer mehr zu frieren. Selbst die Flamme seiner Laterne schien sich zu verdunkeln und nicht mehr so warm und einladend zu leuchten. Er wischte diesen Gedanken bei Seite. Die Augen und seine Fantasie spielten ihm einen bösen Streich, hier in diesem Wald ist nichts, was er fürchten müßte! Und dennoch, er kam sich sehr einsam vor, auch wenn er nicht alleine war. Die Kälte fraß sich seine Beine hinab in die Füße, lähmten ihn allmälich. Immer noch schaute ihn das kleine Mädchen an, wärend sie, so kam es ihm vor, immer weiter in die Dunkelheit liefen, anstatt den Morgen endgegen. „Was hällst du von einer kleinen Pause, Marie?“, fragte er, wärend er sie absetzte und sich ein paar Minuten Pause gönnte. „ist es noch weit, Piet?“, fragte Marie Er schaute sich um…

Wo war er eigentlich? Er hat doch jedes Stückchen Wald hier schon durchwandert in den letzten 20 Jahren, aber dieser Ort kam ihm völlig fremd vor. „Noch eine Stunde etwa.“, log er sie wieder an. Ihre bleigrauen, forchenden Augen machten ihn nervös, und er wich ihrem Blick aus, indem er sich seinem Rucksack zuwandte und etwas zu Essen heraus zog. „Hast du Hunger, Marie?“

Mit jeder Minute, die sie hier saßen, schien die Dunkelheit und der Nebel dichter heran zu kriechen und sie verschlingen zu wollen. Was den Jäger aber nun besonders störte, war diese unnatürliche Stille, es ist, als ob die Welt den Atem anhielt und beobachtete, was sich hier an dieser Stelle ergab. So etwas hatte er noch nie erlebt. Langsam wurde ihm zumindest wieder warm, und so packte er seine Sachen geräuschvoll und hieß Marie, daß es an der Zeit wäre weiter zu gehen.

„bringst du mich jetzt nach Hause?“, fragte Marie auf seinem Arm. „Ja, „, versprach er, „ich werde dich nach nach Hause bringen.“ Das kleine Mädchen schmiegte sich wieder an ihn und wärmte sich die eiskalten Hände.
Wie lange waren sie so unterwegs? Er wußte es nicht mehr. Irgendwann ist die Laterne aus gegangen und in der Finsternis und dem Nebel lief er festen Schrittes weiter, bis er nicht mehr wußte, wo er noch hin gehen sollte. So beschloss er, auf den Morgen zu warten, legte sich hin, und das Mädchen kuschelte sich in seine Arme. Frierend schloß er die Augen und versuchte, noch ein bisschen zu schlafen, bis die frühen Sonnenstrahlen ihn wecken sollten. Dann, so war er sich sicher, würde er genau wissen, wo er sich ist und den Weg nach Hause finden…

Am nächsten Morgen kam ein Holzfäller aus dem Wald und hieß einigen, mit zu kommen. Er hätte den Jäger gefunden. Er war tot. Und in seinen Armen hielt er noch immer zärtlich das Skelett eines kleinen Kindes, ein Mädchen.
Doch erschrocken waren alle über den Gesichtsausdruck. Sein Gesicht lächelte, als habe er gefunden, was auch immer er suchte. Doch seine hohlen Augen ließen eindeutig erkennen, daß seine Seele nicht freiwillig aus dem Körper gezogen wurde.
Und noch etwas war seltsam:

Dort, wo die Überreste des kleinen Kindes seinen Körper berührten, waren Erfrierungen zu sehen. Und trotz allem schien der Körper nicht wirklich tot zu sein. Der Jäger und das Kind wurden gemeinsam beerdigt, auf daß ihre Seelen gemeinsam einen Weg nach Hause finden. Niemand wagte es, diese beiden Körper zu trennen.

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Der Warpingeneur und sein Outfit

Willkommen zurück in den unendlichen Weiten der nichtssagenden Star Trek Welten.


In den letzten Episoden haben wir ja bereits heraus gefunden, wie einfach es theoretisch ist, einen überqualifizierter Warpingeneur darstellen zu können. (Wer sich jetzt nicht so ganz erinnert, unten findet Ihr Hash-Tags, über die ihr alle Beiträge noch einmal anschauen könnt).

Aber wie es immer so ist, das langte mir mal wieder nicht, und so habe ich mich ran gesetzt und überlegt, was man noch so alles anstellen kann, um sich eine Spur mehr von anderen zu distanzieren. Und siehe da, die Erleuchtung findet sich in den tiefen des – nein, nicht des Weltraums – Internets, wo es neben der seltsamen Zunft der “Authentischen Epochenausleber”, den grellbunten “Cosplayern” und den quitschebunten “Liverollenspielern” noch eine sehr ungewöhnliche Mischung gibt:

“Cosplayende Liverollenspieler mit epochaler Ausrichtung”

Da ich jetzt keine Lust habe, diesen überflüssig langen Begriff immer wieder zu schreiben, wenn ihr in diesem Text künftig “Projekt Clea” oder “Die Clea-ner” (ausgesprochen: Cle – aner, nicht Cleaner, wir sind ja schließlich alle lieb und nett hier…) lest, damit meine ich dieses lustige Völkchen.

Ja, und jetzt drängt die allumfassende Frage auf – zumindest für jeden Masochisten, der sich zu diesem Punkt im Text gequält hat: Was zum Geier hat das Ganze mit einem Warpingeneur zu tun?

die eher langweilige Antwort:

Einfach alles!

Die Authentischen Epochenausleber wollen alles so tun und machen, wie es real gewesen wäre, die Cosplayer wollen genau wie ihr Idol aussehen, und die Liverollenspieler wollen einfach nur mit einer individuelle Figur spielen.

Der Clea-ner ist anders:

Er sucht sich eine bestimmte Epoche raus, nimmt eine Heldenfigur, die er mehr oder weniger darstellen kann und spielt mit den Gegebenheiten eine individuelle Rolle.

Wir nehmen also die guten Eigenschaften aus jedem Bereich und mischen sie wild durcheinander:
Eine individuelle Figur, welcher auf epochalen Hintergrund basierend ernsthaft und mit viel Spaß spielen kann.
Und um nichts anderes dreht es sich in diesem Beitrag: Wir erschaffen uns einen solchen Charakter!

Also, da es sich um einen Warpingeneur handelt, haben wir das grundsätzliche Thema bereits festgelegt:

Star Trek

Da das Star Tek Universum sehr groß ist und inzwischen eine zeitliche Ausdehnung über viele Jahrhunderte hat, muss man das noch etwas weiter eingrenzen:

Enterprise – The Next Generation
Deep Space 9
Startrek: Voyager

Eigentlich passt das ziemlich gut, da hier eine sehr breite Basis zur Selbstdarstellung geboten wird, und diese drei Serien zeitlich in ein ander greifen und etwa im selben Zeitraum spielen und sogar neben vielen Episoden auch mehrere Kinofilme herangezogen werden können, innerhalb denen sich die Uniformen zwar unterscheiden, aber – und das ist das interessante – durchaus kombinierbar sind.

Warum ausgerechnet diese drei Serien?

Nun, es gibt zahlreiche lustige Überschneidungen als Gastrollen, Haupt- und/oder Nebenfiguren, welche in allen drei Serien immer wieder auftauchen:

– Miles O’Brian
– Lt. Worff – der ewige Klingone
– Lt. Barclay
– William Riker
– Diana Troy
– Captain Piccard
– Die Nervensäge “Q”

Diese Charaktere dienen jetzt lediglich als Beispiel, die Liste dürfte ziemlich lang werden, wenn man jetzt alle Figuren auflistet.

Nun, nehmen jetzt einen dieser oben beschriebenen Charaktere und basteln uns daraus eine eigene Figur, die wir immer mal sein wollten:

Unsere Wahl fällt hier auf Barclay, oder wie er ganz heißt: Reginald Endicott “Reg” Barclay III

Diese Nebenfigur fällt durch drei Charaktereingenschaften immer wieder auf:

1. Hochtalentiert
2. Auf friedliche Weise sozial inkompatibel
3. Ein Hypochonder

Dazu kommt, dass gerade Reg Barclay immer wieder in den Serien auftaucht und konsequent für gute Laune sorgt. So hat selbst Captain Picard sich schon aufmunternd auf Probleme mit Barclay eingelassen:

 

Verlassen wir an dieser Stelle Mr. Broccoli … Barclay, und kehren zu unserer Mission zurück:

Unser eigener Warpingeneur!

Als charakterliche Blaupause nehmen wir Mr Barclay, allerdings wollen wir hier nicht stures Cosplay betreiben, sondern verpassen diesem Charakter eine eigene Persönlichkeit, die wir selber gut darstellen können.

So, da wir bei der Gelegenheit auch den Kleidungsstil einengen können, machen wir uns auf dem Weg in den nächsten Nerd-Shop, um eine passende Uniform zu finden. Da die Enterprise unter Captain Picard 1993 flog, wird man im Jahr 2015 feststellen, dass das Angebot so langsam ziemlich mau ist.

Ferner gibt es in dem Sinn keine komplette Uniform mehr zu kaufen, sondern in der Regel schlechtsitzende Damenoveralls (ein wenig blöd, wenn man nicht weiblich ist) oder eben Uniformoberteile, welche durch ihr Layout auch nicht unbedingt wirklich etwas her machen.

Die Lösung:

Da wir unsere eigene Figur erschaffen, die NICHT zu 100% authentisch ist, haben wir viele Optionen, um das Thema herum zu basteln:

Wie wäre es denn z.B. wenn man die Uniformjacke aus next Generation kombiniert mit einem Uniformshirt aus Raumschiff Voyager? Das geht sogar, weil die Uniformjacke mit seinem Kragen auch zum “Drunterziehen” geeignet ist, und das Uniformshirt über einem Rolli getragen wurde. In späteren Episoden tauchten zudem vereinzelt immer wieder Jacken auf, welche über die Uniform drüber gezogen wurde – Captain Picard z.B. hatte in späteren Episoden häufiger eine derartige Uniformjacke drüber gezogen. Das Uniformshirt aus Voyager kriegt noch einen passenden Reißverschluss verpasst, so dass es wie eine Jacke übergezogen werden kann.

Da sich die Epochen an dieser Stelle überschneiden, stellt es zudem    eine mögliche Version der Star Trek Uniformen dar, welche in  ähnlicher Kombination mitunter auch innerhalb der Serien  Verwendung fanden. Die Rangabzeichen setzen wir als eindeutiges  Zeichen für Individualismus auf die andere Seite des Kragens,  wogegen als Abzeichen für die Sternenflotte wieder das klassische  Zeichen auf der linken Brustseite zum Einsatz kommt. Bei der Hose  kann man es sich zur Abwechslung einfach machen:

Einfach eine schwarze Jeans und neutrale Schuhe.

kombi

Das linke Bild zeigt die nüchterne Kombination mit schlichtem Rolli, die “authentischere Version”. Das rechte Bild zeigt die kombinierte Version unterschiedlicher Serien. Deutlich zu erkennen: Der Kragen macht viel her …

Passt auf der einen Seite und auf der anderen so gar nicht, aber genau DAS wollen wir ja erreichen… Wie wollen ja schließlich mit dem coolen Zeug spielen:

Wärend das linke Bild hier eindeutig die “authentischere” Version zeigt, kann man auf dem anderen Bild den kragen erkennen, welcher eindeutig nicht zu Star Trek Voyager gehört – er sieht aber irgendwie besser aus als das Original. Und da wir mit der Figur spielen wollen, können wir hier auch nach Belieben kombinieren.

Und mal ganz ehrlich:

So abwägig ist diese Kombination doch gar nicht, oder?

Und welche Ausrüstung man dazu benutzen kann?

Nun, das verrate ich Euch im nächsten Teil:

-> Der Warpingeneur und seine Ausrüstung <-

In diesem Sinne:

Lebt lange und in Frieden!

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Der Warpingeneur

Wer erinnert sich noch:

“Beamen ist unmöglich, da es der heisenbergschen Regel eindeutig widerspricht!”
“Nicht, wenn wir einen Heisenberg-Kompensator zwischenschalten”
“…”


Und die Diskusion zwischen Science Fiction und realer Physik war beendet… Im gesamten Star Trek – Universum durfte seit diesem Tag alles gebeamt werden, was eben laut Drehbuch nicht zu instabil oder empfidlich war. Später stellte Captain Piccard die gewagte These auf, dass man selbst virtuelle Gegenstände aus den Holodecks beamen könne, sofern man Musterverstärker anwendet und die Heisenberg-Kompensatoren abkoppelt. Das hat aber dann doch nicht funktioniert.

Auf der anderen Seite haben die Drehbuchautoren Technologieen beschrieben, die zur damaligen Zeit einfach bizarr wirkten, aber heute, im Jahre 2015, entweder realisiert oder deren generelle Möglichkeit im Rahmen von Durchführbarkeitsstudien aufgezeigt wurden. Selbst das immer wieder auftauchende bioneurale Interface ist in seinen Grundzügen bereits erfunden.

Aber was braucht man im Jahr 2015, um auf Konventions einen guten Waprkerntechniker mimen zu können? Nun, neben einer passenden Uniform und irgendwelchem Spielzeug vor allem eines: Das notwendige Vokabular, um unglaublich wichtig zu klingen! Genau dieser Frage möchte ich heute auf den Grund gehen.

Vorweg allerdings noch ein Sicherheitshinweis

Diskutieren Sie niemals – NIEMALS – mit dem hier vermittelten “Wissen” mit einem wirklich überzeugten Trekki, der sämtliche offiziellen technischen Handbücher über die fiktive Technologie aus Star Trek gelesen und auswendig gelernt hat. Manche Menschen nehmen sehr persönlich und reagieren emotional und nicht logisch …

Und geht es los mit dem Grundwortschatz

Zu einem guten Grundwortschatz gehört, möglichst solche Füllworte zu verwenden, die eigentlich jeder kennt, und richtig angewendet einfach nur bombastisch und gebildet klingen:

– aktiv
– relativ
– pro
– multi

Das war doch nicht so schwierig, oder? Was noch fehlt, sind ein paar Vokabeln, um den Ort zu beschreiben, in dem sich ein Problem befindet:

– primär
– sekundär
– tertiär
– sub

Dazu braucht man noch ein paar wichtig klingende Hauptworte:

– Phase
– Matrix
– System
– Neutrino
– Plasma
– Defekt
– Quanten
– Emission
– Laser

Diese Hauptworte kann man in fast jedem nur erdenklichen technischen Zwischenfall benutzen, um irgend etwas zu erklären oder auch nicht – aber lesen Sie selber, wie man folgendes Szenario zu einem echten Problem werden lassen kann …


Es liegt typisches Problem auf einem Raumschiff vor, ein Sensor hat ungewöhnliche Messergebnisse erhalten und ein Problem gemeldet. Also fragt die Brückencrew natürlich im Maschinenraum nach und bekommt neben einer Bestätigung auch einen erste Fehleranalye präsentiert:

Wir haben scheinbar einen Defekt im primären Bereich des tertiären Subsystems im sekundaren Plasmafluss der Systemmatrix.
Die Messwerte zeigen deshalb einen ungewöhnlichen Anstieg in den Neutrinowerten durch den Quantenausstoß im Antrieb.

Und was man dagegen tun kann:

Nun, man könnte einen proaktiven Multiphasenlaser an die betroffenen Plasmaleitungen legen, dass sollte die Emissionen relativieren, aber mittelfristig sollten wir das beschädigte Teil doch austauschen.

Grundsätzlich hat man hier nur drei Ausagen gemacht:

1. Ja, der Motor ist etwas lauter und es qualmt am Auspuff mehr als sonst.

2. Das ist normal für einen solchen Motor, aber wir haben da so ein Dingsbums, dass so was unterbinden kann. Ach ja, und dieses Dingsbums ist kaputt.

3. Wenn es den Captain stört, können wir natürlich erstmal ein Kaugummi an die richtige Stelle kleben. Macht zwar das Dingsbums nicht wieder heil, aber qualmt halt dann nicht so viel.


Der Grundwortschatz basiert also auf Worten, die wirklich exisitieren, und deren Anwendung zumindest grundlegend in einem plausibel klingenden Zusammenhang stehen. Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, was ein proaktiver Multiphasenlaser überhaupt sein soll, er ist mir in diesem Moment gerade eingefallen, und ich habe im Nachhinein noch das eine oder andere Wort in der Liste weiter oben ergänzt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang also weniger was man von sich gibt, sondern wie! Es muss so natürlich und normal klingen und dabei so technisch wirken, dass der Gesprächspartner die Aussage abnickt, weil man das Problem “so” gar nicht erklären kann, aber genau weiß, was man dagegen tun kann.

So einfach wird man zum brillanten Warp-Techniker!


Der erweiterte Wortschatz…

“Wir haben eine temporär mittelfristige und irreparable Unterbrechung in der Energiekopplung, die primäre Phase führt keinen Elektronenfluss mehr. Die Funktionalität kann jedoch wiederhergestellt werden, in dem man mit einem manuellen Oberflächenstrukturmanipulator eine temporäre Energiequelle in die integrierte Vorrichtung implementiert.”

“Das Netzteil ist kaputt und wir brauchen ein neues. Bis das da ist, könnte man mit einem Schraubendreher das Batteriefach aufschrauben und eine Batterie verwenden …”

Wenn es um das Beschreiben geht, ist die deutsche Sprache einmalig. Tatsächlich gibt es kaum eine Sprache auf der Welt, die sonst noch so endlos viele komplexe Möglichkeiten erlaubt, eine einfache Handlung beschreiben. Das hängt damit zusammen, dass im Deutschen unter anderem zwei Worte, die eigentlich gar nichts mit einander zu tun haben, zusammengesetzt eine völlig neue und andere Bedeutung bekommen können, die im richtigen Kontext verwendet wiederum noch etwas anderes bedeuten kann. Daraus ergeben sich unendlich viele Möglichkeiten, neue Wortkreationen und -kombinationen zu erfinden. Und genau das macht diese Sprache so komplex und vielschichtig.

In unserem Fall hat das nur Vorteile:

Ich habe oben einen Schraubendreher als “manuellen Oberflächenstrukturmanipulator” bezeichnet. Die Erklärung dafür ist eigentlich ganz einfach. Ich nehme den Schraubendreher und drehe damit eine Schraube aus dem Gehäuse. Damit manipuliere ich zwangsläufig die Oberfläche von dem Gehäuse. Hätte ich einen Akkuschrauber benutzt, bei dem ich auf einen Knopf drücke um die Schraube drehen zu lassen, wäre es übrigens ein “semi-automatischer partiell autonomer Oberflächenstrukturmanipulator”. Verwende ich einen Schraubedreher oder Akkuschrauber, bei dem ich unterschiedliche Köpfe einsetzen kann, dann kann ich dem Begriff noch ein “adaptiv” hinzufügen.

Das Spiel kann man mit fast jedem Werkzeug machen:

Was ist zum Beispiel eine “biomechanische Kompressions- und Destabilisierungsvorrichtung mit erweiterten Kompetenzen” ?

Bei diesem seltsamen Werkzeug handelt es sich um einen handelsüblichen Hammer. Und die erweiterten Kompetenzen sind der Möglichkeit geschuldet, dass man auch einen Nagel in die Wand hauen kann, es handelt sich also nicht um einen Vorschlaghammer, da der entweder spezielle oder rudimentäre Kompetenzen hat – es kommt auf den Blickwinkel an.

Und jetzt stellen wir uns einfach mal vor, dass wir uns beliebige Werkzeuge erfinden dürfen!


 

Um noch einmal das Beispiel von ganz oben auf zu greifen:

Wir haben scheinbar einen Defekt im primären Bereich des tertiären Subsystems im sekundaren Plasmafluss der Systemmatrix.
Die Messwerte zeigen deshalb einen ungewöhnlichen Anstieg in den Neutrinowerten durch den Quantenausstoß im Antrieb.

Und was man dagegen tun kann:

Nun, man könnte einen proaktiven Multiphasenlaser an die betroffenen Plasmaleitungen legen, dass sollte die Emissionen relativieren, aber mittelfristig sollten wir das beschädigte Teil doch austauschen.

Die ungestellte Frage ist natürlich hier, wie man einen Multiphasenlaser so einstellt, damit er an einer Plasmaleitung proaktiv arbeiten kann?

Die Antwort ist einfach und brilliant:

Wir brauchen für die optischen Leiterbahnen einen orduthedaxen Relativitätswandler, der die allgemeine Phasenkonvergenz assimilieren und proaktiv adaptiert re-emittieren kann. Völlig sinnbefreit, aber klingt super.

Und welches Werkzeug benötige ich dafür?

Logisch: Einen “Restriktiven Multispektralen Mehrphasenregulator”, denn sonst können wir ja die Phasenkonvergenz nicht rekonfigurieren, was eine allgemeine Assimilation unmöglich macht.

Nicht verstanden ? – EGAL! Hauptsache, es klingt wichtig.


Wo findet man die Fachbegriffe

Nun, das ist ganz einfach, es gibt insgesamt 725 Episoden aus dem Star Trek – Universum sowie 12 Kinofilme. Seit 1966 (!) ist Star Trek fast ununterbrochen in Kino und Fernsehen präsent! Wir haben nächstes Jahr also 50-Jähriges Jubiläum. Nur Dr. Who mit seiner TARDIS ist da noch länger so konsequent unterwegs, hat aber keine Kinofilme…

Es ist also gar nicht schwer, und wer im Internet nach Inspiration und Begriffen sucht, wird auf jeden Fall fündig werden.

In diesem Sinne:

Lebt lang und in Frieden!

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